Triathlet in aerodynamischer Haltung auf dem Rennrad während der Radstrecke eines Triathlons
Brick-Training Koppeltraining Multisport Triathlon Wechselzone

Brick-Training: vom Rad aufs Laufen im Triathlon

Du steigst vom Rad, streifst den Helm ab, schlüpfst in die Laufschuhe – und die ersten Schritte fühlen sich an, als würden dir zwei fremde Beine gehören.

Dieses Gefühl kennt jeder Triathlet: Die Oberschenkel sind schwer wie Beton, der Laufstil wirkt holprig, der Puls schiesst nach oben, obwohl du gefühlt im Schneckentempo unterwegs bist. Willkommen im Wechsel vom Rad zum Laufen – jener Stelle, an der Triathlons gewonnen und verloren werden. Die gute Nachricht: Genau dieses Gefühl lässt sich trainieren. Das Werkzeug dafür heisst Brick-Training, auf Deutsch Koppeltraining.

Drei Rennradfahrer treten auf offener Strasse im Renntempo in die Pedale

Auf dem Rad arbeiten deine Beine völlig anders als beim Laufen – der Wechsel fordert den Körper jedes Mal neu.

Was beim Wechsel in deinem Körper passiert

Radfahren und Laufen nutzen dieselbe Muskulatur auf grundverschiedene Weise. Auf dem Rad bewegst du dich in einer Hüftbeugung von rund 75 bis 110 Grad, beim Laufen sind es nur 10 bis 50 Grad. Dein Nervensystem muss also innerhalb von Sekunden ein komplett neues Bewegungsmuster abrufen. Gleichzeitig steckt dein Kreislauf noch im Rad-Modus: Das Blut zirkuliert in der Tretmuskulatur, Herzfrequenz und Atmung müssen sich erst umstellen. Laut einer Untersuchung im Fachjournal Sports sind Sauerstoffaufnahme, Atem- und Herzfrequenz vor allem in den ersten fünf bis sieben Minuten nach dem Wechsel deutlich erhöht – und das bei identischem Tempo. Sportwissenschaftler beziffern den zusätzlichen Energieaufwand beim Laufen direkt nach dem Rad auf 1,6 bis 11,5 Prozent. Das Spannende daran: Je grösser dieser Einbruch ausfällt, desto schwächer ist die Gesamtleistung. Spitzen-Triathleten verlieren genau hier am wenigsten.

Der Rad-Lauf-Wechsel in Zahlen

Warum die ersten Minuten nach dem Rad so hart sind – und wie oft du sie üben solltest.

1,6–11,5 %

höherer Energieverbrauch beim Laufen direkt nach dem Rad

5–7 Min

bis Herzfrequenz, Atmung und Laufökonomie sich umgestellt haben

1×/Woche

Koppeltraining reicht für eine klare Anpassung

Quellen: Sports (MDPI) 2019; Sports Performance Bulletin; USA Triathlon.

So trainierst du den Wechsel gezielt

Die Lösung ist erstaunlich simpel: Beim Koppeltraining hängst du direkt nach einer Radeinheit einen Lauf an und zwingst deinen Körper, die Umstellung immer wieder zu proben. So gehst du es an:

  • Kurz starten: Häng an eine lockere Radausfahrt 10 bis 15 Minuten ruhiges Laufen an. Mehr braucht es am Anfang nicht – der Reiz liegt im Wechsel selbst, nicht im Umfang.
  • Renntempo simulieren: Fahr die letzten 10 Minuten auf dem Rad im Wettkampftempo und lauf danach 5 bis 10 Minuten in deinem Zielpace. So lernst du, das Gefühl unter Ermüdung einzuschätzen.
  • Hohe Kadenz: Lauf die ersten Minuten mit kurzen, schnellen Schritten statt mit langen Sätzen. Das bringt die Beine schneller zurück in den Laufrhythmus.
  • Ablauf üben: Trainiere auch die Wechselzone selbst – Schnellschnürung in den Schuhen, Velo abstellen, sofort loslaufen. Diese Routine spart im Rennen bare Sekunden.
Zwei Läufer sprinten im Wettkampf an jubelnden Zuschauern vorbei dem Ziel entgegen

Nach dem Wechsel zählt jede Sekunde – wer den Lauf trainiert hat, kommt stabiler ins Ziel.

Die drei häufigsten Fehler

Der grösste Fehler ist, das Koppeltraining auf die letzten Tage vor dem Wettkampf zu verschieben. Die Anpassung braucht Zeit. Die USA Triathlon empfiehlt, mindestens sechs bis acht Wochen vor dem Rennen regelmässig zu koppeln – einmal pro Woche genügt dabei völlig. Fehler Nummer zwei: zu lange Koppelläufe. Wer nach dem Rad über 60 Minuten läuft, sammelt vor allem schlechte Laufform und Verletzungsrisiko, weil die Muskulatur bereits stark ermüdet ist. Halte die Läufe kurz und knackig, 10 bis 30 Minuten reichen für den Trainingsreiz. Und Fehler Nummer drei: zu schnell rauslaufen. Viele stürmen euphorisch aus der Wechselzone, überziehen auf den ersten Kilometern und zahlen den Preis später bitter. Starte bewusst kontrolliert und lass den Körper sich einpendeln – der Rhythmus kommt nach wenigen Minuten von ganz allein.

Teste es unter echten Bedingungen

Das beste Training bleibt der Ernstfall. Wer das Gelernte unter Wettkampfbedingungen ausprobieren möchte, findet in der Schweiz schon bald Gelegenheit: Am Zurich City Triathlon vom 27./28. Juni mitten in der Stadt oder beim IRONMAN Switzerland in Thun am 5. Juli kannst du deinen Wechsel unter Realbedingungen auf die Probe stellen. Für den Lauf nach dem Rad zahlt sich leichte, atmungsaktive Ausrüstung aus: Die Driven Pace Performance Shorts und das Running Club Performance T-Shirt sitzen auch dann noch, wenn es nass und schweisstreibend wird – damit du dich voll auf deine Beine konzentrieren kannst statt auf zwickende Nähte.

Fazit

Der Wechsel vom Rad zum Laufen ist kein Schicksal, sondern eine Fähigkeit. Wer regelmässig koppelt, gewöhnt Körper und Kopf an die Umstellung – und läuft souverän dort, wo andere einbrechen. Du brauchst dafür keinen komplizierten Plan: ein kurzer Lauf nach dem Rad, einmal pro Woche, sechs bis acht Wochen vor deinem Ziel. Mühelos werden die ersten Minuten nie. Aber sie werden zu deiner Stärke statt zu deiner Schwäche.

Probier es aus und markier uns auf Instagram unter @athlix.performance – wir freuen uns zu sehen, wie du deinen Rad-Lauf-Wechsel meisterst, und teilen die besten Beiträge mit der Community.

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