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Zwiebelprinzip beim Laufen: So ziehst du dich im November richtig an
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- Lesezeit
- 4 Min.
- Autor
- Athlix Performance
Beim ersten Schritt vor die Tür beisst die Kälte in die Finger, nach zwei Kilometern klebt das Shirt am Rücken. Willkommen im November.
Kaum eine Jahreszeit macht die Kleiderfrage so schwierig wie der Spätherbst. Am Morgen 3 °C und Nebel, am Mittag 11 °C und Sonne, dazu Bise am See. Zieh zu viel an, und du läufst nach zehn Minuten im eigenen Saft. Zieh zu wenig an, und du kühlst bei jeder Ampel aus. Die Lösung ist kein einzelnes Wunderteil, sondern ein System: das Zwiebelprinzip. Hier erfährst du, welche Schicht welche Aufgabe hat, woran du gute Funktionskleidung erkennst und wie du sie für deinen Lauf kombinierst.
Die Basisschicht sitzt direkt auf der Haut: hier das Running Club Performance T-Shirt aus Polyester und Elasthan.
Warum das Schichtprinzip beim Laufen funktioniert
Beim Laufen produziert dein Körper ein Vielfaches der Wärme, die er in Ruhe erzeugt. Das Problem im Herbst ist darum selten die Kälte selbst, sondern der Schweiss: Nasse Kleidung leitet Wärme viel schneller ab als trockene, und sobald du langsamer wirst, frierst du. Das Positionspapier des American College of Sports Medicine zur Vorbeugung von Kälteschäden beim Sport empfiehlt deshalb mehrere dünne Schichten statt einer dicken: innen eine Schicht, die Feuchtigkeit von der Haut wegleitet, je nach Temperatur eine wärmende Mittelschicht und aussen eine Schicht, die Wind abhält und trotzdem Dampf durchlässt. Baumwolle direkt auf der Haut rät das Papier ab, weil sie Wasser speichert. Gleichzeitig ist kühle Luft dein Freund: Eine Auswertung von Marathon-Ergebnissen über mehrere Jahrzehnte (Ely et al., Medicine & Science in Sports & Exercise, 2007) zeigt, dass die Leistung mit steigender Temperatur abnimmt und die schnellsten Zeiten bei kühlen Bedingungen um 10 °C fallen. Wer sich also leicht zu kühl angezogen fühlt, ist meist genau richtig unterwegs.
Welche Schichten bei welcher Temperatur?
Orientierung für lockere Dauerläufe. Bei Intervallen eine Stufe leichter, bei Wind, Regen oder langen, ruhigen Läufen eine Stufe wärmer.
Über 12 °C
Eine Schicht
Funktionsshirt und Shorts. Mehr brauchst du nicht.
7 bis 12 °C
Shirt plus Windschutz
Funktionsshirt, leichte Windjacke, die du öffnen oder packen kannst. Shorts gehen noch.
0 bis 7 °C
Drei Schichten oben, lang unten
Funktionsshirt, dünne Langarm-Mittelschicht, Windjacke. Lange Lauftights, dazu Mütze oder Stirnband und dünne Handschuhe.
Unter 0 °C
Wärmer, aber nicht dicker
Wärmere Mittelschicht statt zusätzlicher Jacke, Gesicht und Hände schützen, Läufe näher am Zuhause planen.
3
Schichten: ableiten, wärmen, schützen
~10 °C
wärmer fühlt es sich nach dem Einlaufen an
0 %
Baumwolle direkt auf der Haut
Grundlage: ACSM-Positionspapier «Prevention of Cold Injuries during Exercise» (2006) und die verbreitete Trainer-Faustregel, sich für rund 10 °C mehr anzuziehen, als das Thermometer zeigt. Individuelle Werte schwanken.
So stellst du deine Schichten zusammen
Gute Laufbekleidung erkennst du nicht am Preisschild, sondern an ein paar klaren Merkmalen. Darauf kommt es bei jeder Schicht an:
- Basisschicht: Kunstfaser oder Merino, nie Baumwolle. Polyester nimmt kaum Wasser auf und transportiert Schweiss nach aussen, ein kleiner Elasthan-Anteil sorgt dafür, dass das Shirt eng anliegt. Genau das braucht es, denn Feuchtigkeit wird nur dort abgeleitet, wo der Stoff die Haut berührt. Achte auf flache Nähte an Schultern und Seiten, damit unter der Jacke nichts scheuert.
- Mittelschicht: nur, wenn es wirklich kalt ist. Ein dünnes Langarmshirt aus Funktionsmaterial reicht in den meisten Schweizer Novembernächten. Dicke Fleecejacken sind fürs Laufen fast immer zu warm.
- Aussenschicht: winddicht, aber atmungsaktiv. Eine leichte Windjacke hält die Bise ab, ohne dich einzupacken wie eine Regenjacke. Ein durchgehender Reissverschluss ist Gold wert: halb offen am Berg, ganz zu bei Gegenwind. Packbare Modelle kannst du nach dem Einlaufen um die Hüfte binden.
- Beine: länger kurz als gedacht. Beine erzeugen beim Laufen viel Wärme. Viele Läuferinnen und Läufer bleiben bis etwa 7 bis 8 °C bei Shorts, vor allem bei Tempoeinheiten. Leichte Shorts aus Polyester mit Reissverschlusstasche sind dafür ideal, darunter wird es Zeit für lange Tights.
Halb offener Reissverschluss am Storm Shell Windbreaker: die schnellste Art, die Temperatur unterwegs zu regeln.
Die drei häufigsten Fehler im Herbst
Der Klassiker ist das Anziehen nach dem Gefühl im Hausflur. Wer beim Losgehen angenehm warm hat, schwitzt nach fünf Minuten zu viel, und genau dieser Schweiss kühlt dich später aus. Besser: Du darfst auf den ersten Metern leicht frösteln. Fehler Nummer zwei ist das Baumwollshirt unter der Funktionsjacke. Die beste Jacke nützt wenig, wenn darunter ein Stoff liegt, der sich vollsaugt und nicht mehr trocknet. Nach dem Lauf bleibst du darin klamm, bis du zu Hause bist. Fehler Nummer drei ist die zu dicke Aussenschicht. Eine wasserdichte, schwere Jacke fühlt sich im Nieselregen sicher an, staut aber die Feuchtigkeit von innen. Für die meisten Herbstläufe ist eine leichte, atmungsaktive Windjacke die bessere Wahl, weil sie Wind und leichten Niesel abhält und den Dampf nach aussen lässt. Und noch ein Tipp zur Pflege: Funktionskleidung bei 30 °C waschen, ohne Weichspüler und nicht in den Tumbler. Weichspüler legt sich auf die Fasern und bremst den Feuchtigkeitstransport.
Unser Layering für die nächsten Wochen
Für Läufe zwischen etwa 5 und 12 °C kombinieren wir im Team zwei Schichten: Das Running Club Performance T-Shirt aus 82 % Polyester und 18 % Elasthan liegt als Basisschicht eng an, trocknet schnell und hat flache Nähte gegen Reibung. Darüber kommt der Storm Shell Performance Windbreaker: windabweisend, dehnbar, mit durchgehendem Reissverschluss und packbar, wenn es unterwegs wärmer wird. Weil er dunkelblau ist, gehören im Dunkeln Reflektoren oder eine Stirnlampe dazu. Unter 5 °C ergänzt du eine dünne Mittelschicht und lange Tights.
Fazit
Im November gewinnt nicht, wer am meisten anzieht, sondern wer am klügsten schichtet. Eine eng anliegende Basisschicht aus Funktionsmaterial, bei Bedarf eine dünne Mittelschicht und eine leichte Windjacke darüber decken fast alle Herbsttage ab. Starte leicht fröstelnd, regle unterwegs mit dem Reissverschluss und lass Baumwolle im Schrank. So bleibst du trocken, warm und schnell, auch wenn die Tage kürzer werden.
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