
Herbstlauf
Windbreaker fürs Herbstlaufen: Worauf es bei der Laufjacke ankommt
- Erschienen
- Lesezeit
- 5 Min.
- Autor
- Athlix Performance
Oktober, 6 Grad, Bise vom See. Du stehst an der Haustür, schaust auf dein Shirt und fragst dich: Reicht das?
Herbstläufe sind tückisch. Nach zehn Minuten ist dir warm, am Ufer frisst der Wind die Wärme wieder weg, und nach dem Lauf stehst du verschwitzt an der Ampel. Ziehst du dich zu dick an, bist du nach zwei Kilometern nass. Ziehst du dich zu dünn an, frierst du bei jedem Schritt. Genau diese Lücke schliesst ein guter Windbreaker, aber nur, wenn er die richtigen Dinge kann. Hier erfährst du, worauf es beim Kauf wirklich ankommt.

Der Storm Shell Performance Windbreaker an der Bahn: Kapuze und die Koordinaten von Zürich auf dem Rücken.
Warum der Wind im Herbst dein grösster Gegner ist
Kälte allein ist beim Laufen selten das Problem, denn du produzierst genug Wärme. Das Problem ist der Wind. Der Expertenkonsens des American College of Sports Medicine zu Training in der Kälte (Castellani et al., 2021) bringt es auf den Punkt: Wind erhöht den Wärmeverlust über die Haut deutlich, senkt die Isolationswirkung der Kleidung und steigert die Verdunstung. Dazu kommt dein eigener Fahrtwind. Wer mit 12 km/h läuft, erzeugt ihn selbst, auch an einem windstillen Tag. Bläst dir die Bise entgegen, addiert sich beides.
MeteoSchweiz beschreibt diesen Effekt als Windchill: Die Luft fühlt sich kälter an, als das Thermometer zeigt. Die Sportmedizin empfiehlt deshalb ein Schichtsystem. Innen liegt eine Lage, die Schweiss nach aussen leitet. Bei Bedarf folgt eine wärmende Mittelschicht. Aussen sitzt eine Schicht, die Wind abhält und trotzdem Feuchtigkeit durchlässt. Für viele Herbstläufe im einstelligen Bereich reichen zwei davon: ein Funktionsshirt und ein Windbreaker.
So kalt fühlen sich 5 °C beim Laufen an
Gefühlte Temperatur je nach Luftbewegung aus Lauftempo und Gegenwind, grob gerechnet
≈ 2 °C
12 km/h: lockerer Lauf, windstill
≈ 1 °C
20 km/h: Lauf mit leichtem Gegenwind
≈ 0 °C
30 km/h: Lauf gegen die Bise
Berechnet mit der gängigen Windchill-Formel (Environment Canada und US National Weather Service, 2001). Lauftempo und Gegenwind vereinfacht addiert. Richtwerte, keine Messung.
Kaufberatung: Darauf kommt es beim Windbreaker an
Laufjacke ist nicht gleich Laufjacke. Diese fünf Punkte trennen eine gute Herbstjacke von einer, die im Schrank hängen bleibt.
- Windabweisend ist nicht wasserdicht: Ein Windbreaker besteht aus leichtem, dicht gewebtem Stoff. Er hält Wind ab und übersteht Nieselregen. Bei Dauerregen wirst du trotzdem nass. Dafür atmet er meist deutlich besser als eine klassische Regenjacke. Für die meisten Herbstläufe ist das der bessere Deal.
- Atmungsaktivität: Auch bei 5 Grad schwitzt du beim Laufen. Labore messen die Atmungsaktivität nach ISO 11092 als RET-Wert. Je tiefer er ist, desto leichter entweicht Wasserdampf. Viele Laufjacken geben keinen RET-Wert an. Dann helfen drei Fragen: Ist der Stoff dünn? Ist er unbeschichtet? Kannst du über den Reissverschluss lüften?
- Stretch und Passform: Ein Elasthan-Anteil im Stoff macht den Armschwung mit. Die Jacke sollte nah am Körper sitzen, damit nichts flattert. Trotzdem braucht es Platz für ein Langarmshirt darunter. Probier sie mit angewinkelten Armen an: Die Ärmel sollten nicht über das Handgelenk hochrutschen.
- Details, die im Alltag zählen: Mit einem durchgehenden Reissverschluss regulierst du unterwegs. Eine Kapuze schützt bei Böen und Niesel. Taschen mit Reissverschluss halten Schlüssel und Handy. Ein Kordelzug am Saum stoppt die Zugluft von unten. Und ist die Jacke packbar, verschwindet sie um die Hüfte, sobald dir warm wird.
- Sichtbarkeit: Ab Oktober läufst du öfter in der Dämmerung. Laut BFU erkennt man dich mit hellen Kleidern aus doppelter, mit reflektierenden Materialien aus dreifacher Entfernung. Reflektierende Bänder an Armen und Beinen bringen sogar das Vier- bis Fünffache. Ist deine Jacke dunkel, ergänze sie mit Reflektorbändern oder einer Stirnlampe.
Atmungsaktivität verstehen: die RET-Skala
Je tiefer der RET-Wert, desto leichter entweicht dein Schweiss als Wasserdampf nach aussen
RET unter 6
Extrem atmungsaktiv
Die beste Wahl für Tempoläufe und intensive Einheiten.
RET 6 bis 13
Sehr atmungsaktiv
Passt für lockere bis zügige Läufe.
RET 13 bis 20
Atmungsaktiv
Bei hoher Intensität staut sich die Feuchtigkeit schneller.
RET über 20
Kaum atmungsaktiv
Eher für ruhige Aktivitäten, beim Laufen wirst du darin schnell nass.
Messverfahren nach ISO 11092 (2014), sogenanntes Hautmodell. Einteilung, wie sie im Sportfachhandel verbreitet ist.

Nahaufnahme des Storm Shell: leichter Stoff aus 91 % Polyester und 9 % Elasthan, dazu der Koordinaten-Print von Zürich.
Die häufigsten Fehler: zu warm, zu dicht, falsch gepflegt
Der Klassiker: Du ziehst dich an der Haustür so an, dass dir gemütlich warm ist. Nach zwei Kilometern kochst du. Genau davor warnt auch der ACSM-Konsens. Viele starten mit Kleidung, die für den Ruhezustand passt, und sind beim Laufen dann zu warm angezogen. Die Faustregel aus der Praxis: In den ersten fünf Minuten darfst du leicht frösteln.
Zweiter Fehler: Die Jacke bleibt die ganze Zeit bis oben zu. Laut dem Konsens fällt beim Sport oft mehr Schweiss an, als selbst eine gut belüftete Aussenschicht nach draussen lässt. Die Feuchtigkeit sammelt sich dann innen. Also: Reissverschluss auf, sobald du warm bist. Bei Intervallen ziehst du die Jacke aus und in der Pause wieder an. Am wertvollsten ist sie beim Ein- und Auslaufen, bei Wartezeiten und auf dem Heimweg. Auch die Sportmedizin rät, die Aussenschicht vor allem in Ruhephasen zu tragen.
Dritter Fehler: falsche Pflege. Wasch deinen Windbreaker nach Pflegeetikett, meist bei 30 Grad, mit geschlossenen Reissverschlüssen, und lass ihn an der Luft trocknen. Lass den Weichspüler weg. Er legt einen Film auf die Fasern und bremst den Feuchtigkeitstransport.
Unsere Wahl für den Herbst
Unser Storm Shell Performance Windbreaker ist für genau solche Läufe gedacht. Der Stoff besteht aus 91 % Polyester und 9 % Elasthan. Er ist windabweisend, dehnbar und atmungsaktiv. Dazu kommen ein durchgehender Reissverschluss mit Kapuze, seitliche Reissverschlusstaschen und ein Kordelzug am Saum. Und er ist packbar. Ehrlich gesagt: Er ist windabweisend, nicht wasserdicht. Für eine Stunde im Dauerregen brauchst du eine Regenjacke. Als Schicht darunter passt ein schnell trocknendes Shirt wie das Running Club Performance T-Shirt aus 82 % Polyester und 18 % Elasthan.
Du startest am 25. Oktober am SwissCityMarathon in Luzern? Dann nimm die Windjacke für den Weg zum Start und die Wartezeit davor mit. Nach dem Ziel kühlst du schnell aus, gerade am See. Eine leichte Jacke für danach ist dann Gold wert.
Fazit
Im Herbst entscheidet nicht die dickste Jacke, sondern die richtige Schicht. Ein guter Windbreaker hält den Wind ab, lässt den Schweiss raus und bewegt sich mit dir. Achte auf Stretch, einen durchgehenden Reissverschluss und Details wie Kapuze und Taschen. Und sei ehrlich zu dir: Für Dauerregen gibt es Regenjacken. Für alles zwischen Bise und Nieselregen bist du mit einer leichten Windjacke bestens unterwegs.
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