Es gibt diese Wochen, da stimmt eigentlich alles – und trotzdem fühlt sich Training plötzlich zäh an. Die Gewichte wirken schwerer, die Beine sind dumpf, der Kopf ist ready, aber der Körper zieht die Handbremse. Genau hier entscheidet sich, ob du intelligent trainierst oder nur hart.
Die Lösung ist oft nicht ein neuer Plan, nicht «noch mehr». Die Lösung ist Deload. Eine Deload Woche ist keine Ausrede. Sie ist ein Tool: Du nimmst bewusst Tempo raus, damit du danach wieder mit Druck trainieren kannst – nicht nur beschäftigt bist.
Was dahinter steckt, ist simpel: Belastung sammelt sich an. Wenn du sie nie bewusst reduzierst, wird aus Progress langsam Reibung. In der Sportwissenschaft ist «Load Management» genau darum ein grosses Thema – weil falsches Belastungsmanagement Risiko und Müdigkeit hochtreibt. Wenn du tiefer rein willst: IOC Consensus Statement (BJSM) zu Trainingslast.

Was ist eine Deload Woche genau?
Eine Deload Woche ist eine geplante Woche, in der du Trainingsstress reduzierst, damit dein Körper wieder aufholen kann. Meistens trainierst du weiter – aber du senkst bewusst:
- Volumen (weniger Sätze/Wiederholungen/Umfang)
- Intensität (leichter, weniger nah am Limit)
- oder beides (wenn dein Alltag gerade zusätzlich drückt)
Wenn du eine klare, praxisnahe Einordnung willst, wie Deloads typischerweise geplant werden: Praktische Deload-Empfehlungen (Bell et al., PDF).
Wann brauchst du eine Deload Woche?
Viele warten, bis es kracht. Besser ist: du erkennst die Signs früh. Eine Deload Woche ist sehr wahrscheinlich fällig, wenn mehrere dieser Punkte gleichzeitig auftreten:
- Leistung sinkt (Gewicht, Wiederholungen, Pace), ohne dass du «weniger willst»
- Schlaf wird unruhig oder du wachst müde auf
- Du bist permanent steif (zäher Druck statt normaler Muskelkater)
- Warm-up dauert ewig, bis du dich überhaupt «ready» fühlst
- Alles fühlt sich schwer an, obwohl Motivation da ist
Und ja – Schlaf ist einer der grössten Hebel. Wenn du gerade über Wochen unter 7 Stunden landest, ist das kein kleines Detail. Dazu findest du klare Richtwerte z.B. bei der CDC (Schlaf-Facts für Erwachsene).
Die zwei Deload-Strategien, die wirklich funktionieren
Du musst keine Wissenschaft draus machen. In der Praxis gewinnen zwei Strategien fast immer:
- Volumen runter, Intensität moderat: Du hältst die Gewichte relativ stabil, machst aber weniger Sätze. Du bleibst im Groove, ohne dich zu zerlegen.
- Intensität runter, Technik fokussieren: Du gehst leichter, bewegst brutal sauber, kontrolliert, ohne Ego. Perfekt, wenn Gelenke melden oder dein Kopf schon voll ist.
Wenn du unsicher bist: starte mit Volumen reduzieren. Das ist für die meisten der sauberste Hebel.
Deload im Krafttraining: ein konkretes Beispiel
Nehmen wir an, du trainierst normalerweise 4 Tage und hast pro grosse Übung 3–5 Arbeitssätze. Dann ist eine Deload Woche oft so simpel:
| Übung | Normal | Deload |
|---|---|---|
| Kniebeuge | 4×6 (nah am Limit) | 2×6 (sauber, Reserve) |
| Bankdrücken | 4×6 | 2×6 |
| Rudern | 4×8 | 2×8 |
Das fühlt sich fast «zu wenig» an – und genau das ist der Punkt. Deload soll sich leicht anfühlen. Du willst am Ende der Woche bereit sein, nicht stolz, weil du gelitten hast.
Wenn du eine sportpraktische Perspektive willst (ohne Laborsprache): Die NSCA beschreibt Deloads als geplante Erholungsphasen, die Performance unterstützen können. NSCA Artikel mit Deload-Einordnung.
Pro Tipp: Nutze die Deload Woche, um dein Setup zu vereinfachen. Weniger Übungen, mehr Fokus auf Bewegung. Ein hochwertiges Tee als Base-Layer spart dir mentale Reibung. Wenn du genau dafür etwas Cleanes willst: unsere T-Shirts sind gemacht für Sessions, in denen du nicht über Stoff nachdenken willst.
Deload beim Laufen: so machst du es richtig
Beim Running ist der Klassiker: Leute deloaden im Gym, aber laufen trotzdem jede Einheit «zügig». Resultat: keine echte Erholung. Auch hier gilt: du reduzierst Belastung, nicht Identität. Du bleibst Läufer, du reduzierst die Härte.
So sieht eine Deload Woche fürs Laufen oft aus:
- Volumen: minus 20–40% Gesamtumfang
- Intensität: keine harten Intervalle, höchstens kurze Steigerungen
- Long Run: kürzer und wirklich locker
Wenn du das Thema «Belastung runter, Intensität smart halten» aus dem Wettkampf-Kontext kennst: Das fällt unter Tapering – und dazu gibt es gute, verständliche Ressourcen ausserhalb von Studienportalen, z.B. hier: NSCA: Tapering & Peaking.
Regeneration ist Training. Nur leiser.
Die 60-Sekunden-Checkliste: Deload sauber umsetzen
Wenn du diese Punkte triffst, ist deine Deload Woche praktisch unkaputtbar:
- Reduziere Volumen um 30–50% (Sätze halbieren passt oft perfekt)
- Stoppe Sätze mit Reserve (kein Grinding, keine Max-Versuche)
- Halte Technik extrem sauber (Tempo, Spannung, Range of Motion)
- Bewege dich täglich leicht (Spaziergänge, Mobility, easy Bike)
- Schlaf priorisieren und Essen nicht «kaputtsparen»
Wenn du zusätzlich eine sehr praktische Recovery-Regel willst: Mindestens ein echter Ruhetag pro Woche und nicht permanent dieselbe Belastung back-to-back. Das findest du z.B. auch bei NHS inform (verständlich und alltagstauglich): NHS inform: Rest & Recovery Days.
Wie oft solltest du deloaden?
Es gibt keine magische Zahl, aber eine saubere Faustregel: alle 4–8 Wochen, abhängig von Stress, Trainingsumfang und wie hart du wirklich trainierst. Wenn Job/Reisen/Schlaf gerade drücken: eher früher. Wenn du stabil regenerierst und Leistung hochgeht: eher später.
Und falls du dich bei «wie viel ist eigentlich sinnvoll?» ertappst: Für allgemeine Gesundheits-Basis gibt es klare Richtwerte (und die sind erstaunlich hilfreich, um nicht komplett zu überdrehen). Zum Beispiel die WHO Empfehlungen zur Bewegung.
Gerade in der Schweiz kommt noch die Realität dazu: draussen kalt, drinnen warm, danach wieder raus. Ein starker Layer verhindert, dass du nach der Session auskühlst. Wenn du einen Hoodie willst, der nicht «soft» wirkt, sondern Statement macht: unsere Hoodies.
Fazit
Eine Deload Woche ist kein Rückschritt. Sie ist der Hebel, der dir den nächsten Sprung ermöglicht. Du reduzierst Belastung, damit dein Körper adaptieren kann. Du bleibst im Rhythmus, aber du nimmst Stress raus. Weniger Chaos, mehr Progress. Weniger Kompromisse, mehr Performance.
FAQ
Ein paar Fragen, die immer wieder kommen, kurz beantwortet.
- Ist eine Deload Woche das Gleiche wie eine Pause? Nein. Deload ist geplante Reduktion. Du bleibst aktiv, aber senkst den Stress.
- Soll ich in der Deload Woche komplett auf Cardio verzichten? Nein. Easy Einheiten helfen oft. Harte Intervalle sind meist das, was du genau jetzt nicht brauchst.
- Verliere ich Muskeln oder Fitness in einer Deload Woche? In der Regel nicht. Viele fühlen sich danach sogar stärker, weil Müdigkeit wegfällt.
- Wie merke ich, dass der Deload genug war? Warm-up fühlt sich besser an, Technik ist stabiler, du hast wieder Lust auf harte Sätze, der Körper wirkt «leicht».
Wenn du diese Woche deloadest: Teil eine Session oder einen Recovery-Walk auf Instagram und tagg uns – wir schauen rein, wenn wir es sehen: @athlix.performance.
